Was machte Boris Becker zu einem der bekanntesten deutschen Tennisspieler aller Zeiten? Und warum ist sein Name auch Jahrzehnte nach seiner aktiven Karriere noch eng mit Wimbledon und der deutschen Tennisgeschichte verbunden?
Die Antwort liegt vor allem in einer außergewöhnlichen Karriere, die schon in sehr jungen Jahren begann.
Boris Becker wurde mit 17 Jahren zum Wimbledon Star
Boris Becker sorgte 1985 für eine der größten Überraschungen in der Geschichte von Wimbledon. Mit gerade einmal 17 Jahren gewann der Deutsche das Herreneinzel auf dem Rasen des All England Club.
Becker war damals nicht gesetzt. Im Finale besiegte er Kevin Curren und wurde damit der erste ungesetzte Spieler, der den Wimbledon Titel im Herreneinzel gewann. Gleichzeitig war er der erste Deutsche, dem dieser Erfolg gelang.
Sein Alter machte den Triumph noch besonderer. Becker war 17 Jahre und sieben Monate alt und ist bis heute der jüngste männliche Wimbledon Sieger.
Der Erfolg machte ihn in Deutschland über Nacht zum Sportstar.
Boris Becker gewann sechs Grand Slam Titel
Der Wimbledon Erfolg von 1985 war erst der Anfang. Becker entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Spieler seiner Generation.
In seiner Karriere gewann er insgesamt sechs Grand Slam Titel:
Wimbledon
1985
1986
1989
Australian Open
1991
1996
US Open
1989
Besonders stark war Becker auf schnellen Belägen. Sein aggressiver Aufschlag, sein kraftvolles Grundlinienspiel und seine schnellen Aktionen am Netz machten ihn zu einem schwierigen Gegner.
Seine Bilanz zeigt, wie erfolgreich er war. Becker gewann insgesamt 49 Einzeltitel auf der ATP Tour und erreichte am 28. Januar 1991 erstmals Platz eins der Weltrangliste.
Der Weg zur Nummer eins der Welt
1991 erreichte Boris Becker einen weiteren Höhepunkt seiner Karriere.
Bei den Australian Open gewann er seinen fünften Grand Slam Titel. Im Finale setzte er sich gegen Ivan Lendl durch. Kurz darauf stand Becker erstmals an der Spitze der ATP Weltrangliste.
Er blieb insgesamt zwölf Wochen auf Platz eins.
Damit wurde Becker der erste deutsche Mann, der die Spitze der Weltrangliste erreichte.
Seine größten Rivalen waren unter anderem Stefan Edberg, Ivan Lendl und später Pete Sampras. Besonders die Duelle mit Edberg prägten seine Wimbledon Jahre.
Boris Becker und seine Bedeutung für Deutschland
Beckers Erfolg hatte Auswirkungen weit über den Tennissport hinaus.
Sein Wimbledon Sieg im Jahr 1985 löste in Deutschland einen enormen Tennisboom aus. Gemeinsam mit Spielern wie Steffi Graf wurde Becker zu einem Gesicht einer neuen Tennisgeneration.
Auch im Davis Cup spielte er eine wichtige Rolle. Für Deutschland gewann er mehrere Begegnungen und trug dazu bei, dass das Land 1988 erstmals den Davis Cup gewinnen konnte.
1992 holte Becker zudem gemeinsam mit Michael Stich die Goldmedaille im Doppel bei den Olympischen Spielen in Barcelona.
Was machte Becker auf dem Tennisplatz besonders?
Becker war nicht nur wegen seines Alters erfolgreich. Sein Spiel war für seine Zeit außergewöhnlich offensiv.
Zu seinen bekanntesten Stärken gehörten:
Ein sehr kraftvoller Aufschlag
Schnelle Angriffe am Netz
Starke Volleys
Aggressives Grundlinienspiel
Große körperliche Einsatzbereitschaft
Seine spektakulären Sprünge und Rettungsaktionen machten ihn außerdem zu einem Publikumsliebling.
mehr lesen Johannes Wünsche
Das Karriereende und sein Vermächtnis
Becker beendete seine aktive Karriere 1999. Sein letztes Wimbledon spielte er in diesem Jahr. Insgesamt kam er bei Wimbledon auf 71 Siege und nur zwölf Niederlagen.
Nach seiner aktiven Zeit blieb Becker dem Tennis verbunden. Von 2014 bis 2016 arbeitete er als Trainer von Novak Djokovic. In dieser Zeit gewann Djokovic sechs Grand Slam Titel und zahlreiche weitere wichtige Turniere.
Auch 2026 bleibt Beckers Name ein wichtiger Teil der deutschen Tennisgeschichte. Alexander Zverev wurde in diesem Jahr der erste deutsche Mann seit Becker, der wieder einen Grand Slam Titel gewann. Zverev triumphierte bei den French Open und später auch bei den US Open.
Damit ist die Verbindung zwischen Boris Becker und der deutschen Tennisgeschichte weiterhin aktuell. Seine sechs Grand Slam Titel, der frühe Wimbledon Triumph und seine Zeit als Weltranglistenerster haben ihm einen festen Platz in der Geschichte des Sports gesichert.
Boris Becker steht deshalb bis heute für eine außergewöhnliche deutsche Tennisära.

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